DANA ZUTHER
Alles darf Ausdruck finden

Alles was in Dir ist, hat einen Grund. Und hat seine Daseinsberechtigung. Seien es Gefühle, Bedürfnisse, Gedanken, Eindrücke oder einfach nur ein großes Chaos oder Leere. Und alles was da ist, will in irgendeiner Form gesehen, gelebt, erfahren, ausgedrückt werden.
Nicht für alles gibt es Worte. Manches braucht Ausdruck durch Geräusche, Töne, Musik, anderes durch Bewegung oder Tanz. Kunst in jeglicher Form ist eine Ausdrucksform.
Es muss nicht laut sein. Es muss nicht einmal eine große Bühne bekommen.
Im Übrigen darf auch jede Idee Ausdruck finden. Auch wenn sie (noch) keine Umsetzung findet, so kann sie doch aufgeschrieben und gesammelt werden.
Alles darf Ausdruck finden. Die Frage ist: Welche Form des Ausdrucks entspricht dem jeweiligen Aspekt in dir? Welche Ausdrucksform entspricht dir?
Hast du schonmal probiert Wut zu tanzen? Oder Trauer zu malen? Vergebung zu singen? Oder Chaos in Worte zu fassen? Hast du schonmal versucht den körperlichen Schmerz nicht mit Jammern zu verschlimmern, sondern Raum zu geben durch einen Ton?
Aber auch die ganz banalen Dinge wollen Ausdruck finden: Wenn dir etwas gefällt. Wenn du etwas an jemandem magst oder dir eine wertvolle Veränderung an jemandem aufgefallen ist. Wenn du selbst etwas neues gelernt oder etwas geschafft hast.
Verabschiede dich von Perfektion und sei mutig hässlich zu malen, schräg zu singen, lächerlich deinen Körper zu bewegen, gruselige Geräusche von dir zu geben – oder Dinge auszusprechen, die schon lange gesprochen werden wollten.
Reflektionsfrage:
Was ist jetzt gerade in dir präsent? Und wie möchte dieses ausgedrückt werden?
Annahme

Etwas anzunehmen, das man eigentlich vermeiden, nicht fühlen, nicht erleben, nicht haben möchte, ist die größte Herausforderung, die größte Schattenarbeit. Und wohl die effektivste Form der Befreiung.
Wenn wir unangenehme Emotionen in uns spüren oder körperliche Schmerzen und uns jemand erzählt: „Nimm den Schmerz einfach an“, dann fühlen wir uns oft nicht gesehen in unserem Leid, nicht verstanden oder werden wütend. Und ja, das Erlebte, Erfahrene darf erkannt werden in seiner Intensität, Überforderung, in seiner Unaushaltbarkeit. Es geht nicht darum irgendwas schön zu reden, was einfach nicht schön ist.
Worum es geht: Aus dem Widerstand herauszukommen. Und einzugestehen: Ja, das gerade ist nicht schön, ich wünsche es mir anders und: Ich nehme es jetzt gerade so an, wie es ist.
Viele verwechseln Annahme damit, dass ein Zustand genauso bleiben soll, wie er ist. Es geht nicht um die Fixierung der Zukunft, sondern um die Akzeptanz des gegenwärtigen Moments.
Oder sie wird mit Resignation verwechselt. Doch es geht eben nicht darum taub, stumpf, gleichgültig zu werden. Sondern weit zu werden. Zu würdigen, was jetzt ist und sich darauf auszurichten, was kommen darf.
Widerstand bindet unfassbar viel Energie, raubt uns alle Kraft, bringt uns in die Selbstverurteilung oder Verurteilung anderer. Annahme bringt Weite. Bringt Frieden und Ruhe - auch in die Schwere des Lebens. Öffnet Türen für etwas Neus.
Dieser Schritt kann sich nach Stillstand anfühlen. Doch oft ist er der größte Schritt, den wir jemals gewagt haben.
Impuls:
Versuche mal auf rein körperlicher Ebene die Qualität von Widerstand wahrzunehmen. Wie fühlt sich das an?
Und gehe danach in die Qualität der Annahme. Was verändert sich in deinem Körper?
Und dann erforsche mal folgenden Satz für dich. „So ist es gerade.“
Dein Herz weiß

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich das will.“ – heißt meistens: Doch, du weißt! Aber der Kopf ist noch zu laut. Der Kopf erzeugt Ängste, Zweifel, Unsicherheiten. Und das ist auch in Ordnung. Das ist sein Job. Nur ist er ein schlechter Berater, wenn er im Alleingang durch alte, sehr vertraute Gedankenmuster durchmarschiert.
Neue Visionen, Möglichkeiten, Verhaltensmuster sind ihm zu anstrengend.
„Hör auf die Stimme Deines Herzens“ ist so schnell und so leicht gesagt. Aber wie hört man diese Stimme? Oft ist es viel mehr ein Gefühl im Bauchraum. Oder irgendwo im Körper, wo wir es nicht einmal genau lokalisieren können. Was wir leichter beantworten können: Fühlt es sich eng oder weit im Körper an? Hebt es dich an oder macht es dich schwer?
In diese Wahrnehmung kommen wir nur in der Stille, im nach innen Lauschen. Wir sind es gewohnt messerscharfe Gedanken, direkte Vorstellungen und klare Pläne zu erhalten.
Doch die Stimme des Herzens und im Bauch ist sehr viel subtiler, weniger aufdringlich – eher ahnungsvoll. Diese Stimme zu hören und ihr zu vertrauen braucht Übung, Geduld und Ruhe. Und sie ist sofort wieder zerstört, sobald der Kopf die Macht zurückerhält. Vor allem, wenn Ängste im Kopf laut werden.
Das Herz ist die Mitte zwischen Bauch und Kopf und kann die klügste Entscheidung treffen – wenn Kopf- und Bauchstimme miteinander verbunden werden und sich in der Mitte treffen. Wenn du dich fragst: „Was sagt mein Herz dazu.“, dann sei offen für eine direkte Antwort – aber erwarte sie nicht. Oft zeigt sie sich erst nach längerem „In die Frage Hineinspüren“.
Reflexionsfrage
Welches Thema braucht gerade eine Antwort von deinem Herzen und aus dem Bauch heraus – statt aus dem Kopf?
Entwicklung ist Glück

„Progress equals happiness.“ Tony Robbins
Fortschritt macht uns glücklich. Häufig haben wir eher ein Ziel im Auge, als die vielen kleinen Schritte auf dem Weg dorthin. Doch ist es ebenso häufig weniger die Zielerreichung, die uns glücklich macht, sondern die Wahrnehmung, dass wir uns weiterentwickeln, vorankommen, verändern, etwas besser oder überhaupt können, etwas verstehen, etwas anwenden können.
Das Glück liegt nicht im Ankommen, sondern im Unterwegssein. Wie sehr freuen wir uns bei kleinen Babys über jede kleinste Entwicklung – und sei es, dass es seinen Kopf alleine halten oder allein sitzen kann.
Sitzen, stehen oder das Alphabet aufzählen zu können beeindruckt später niemanden mehr. Doch auch wir freuen uns, wenn wir plötzlich einen Klimmzug schaffen, einen ganzen Satz auf französisch sprechen können oder diese eine Angst uns nicht mehr völlig im Griff hat.
Häufig gibt es auf dem Weg der Entwicklung, der Entfaltung und des Lernens gar kein endgültiges Ziel, sondern lediglich einen permanenten Fortschritt. Und wenn das Ziel doch erreicht wurde und der Führerschein endlich da und der 18. Geburtstag erreicht ist, dann braucht es neue Ziele.
Wir sind dazu gemacht, um zu wachsen. Nicht um perfekt zu sein, sondern um uns permanent auszudehnen, neu zu erfahren. Eine ausgeprägte tägliche Routine, in der jeder Tag dem anderen gleicht und freie Minuten und Stunden ausschließlich mit Medienkonsum gefüllt werden, in der kein Raum für Kreativität und Inspiration bleibt, lässt keine Entwicklung zu – und lässt uns zunehmend unzufriedener werden.
„Stillstand ist der Tod.“, sangen die Toten Hosen. Wo Entwicklung geschieht, ist Bewegung – und Bewegung ist Leben.
Reflexionsfragen
Welche Fähigkeiten oder Stärken durfte ich in den letzten Monaten entwickeln?
Wo wünsche ich mir gerade Wachstum oder Entwicklung?
In welchen Entwicklungsmomenten habe ich Glück oder innere Zufriedenheit gespürt?
Es gibt keine falschen Entscheidungen

Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und unsicher bist – oder eine vergangene Entscheidung anzweifelst oder gar bereust, dann führe dir vor Augen: Du kannst keine falschen Entscheidungen treffen.
Selbst wenn es sich danach anfühlt, selbst wenn es vermeintlich ein „Scheitern“ gab oder geben könnte oder die Entscheidungen folgenreiche Konsequenzen hatte/ haben könnte. So oder so lernen wir immer etwas aus unseren Entscheidungen. So oder so, werden durch Entscheidungen immer neue Türen geöffnet, die es ohne Entscheidung gar nicht gab.
Oft gibt es Reue in Bezug auf vergangene Entscheidungen, da scheinbar etwas fehlgelaufen ist. Und was ist, wenn genau das genauso sein sollte?
Wir können zweifeln, bewerten, verurteilen und uns fragen, „Was wäre, wenn…?“
Was wäre, wenn wir schlichtweg darauf vertrauen, dass, egal wie wir uns entscheiden, wir immer genau die richtigen Dinge lernen, erfahren und erkennen?
Die meisten erfolgreichen Menschen berichten davon, dass sie unzählige Male gescheitert sind, bevor sich der Erfolg eingestellt hat. Und dass vermutlich diese Scheiter-Momente die Pflastersteine auf dem Weg nach oben waren.
Den meisten glücklichen Beziehungen gehen unendlich viele gefühlte Scheiter-Momente voraus.
Kinder, die auf eine heiße Herdplatte gefasst haben, werden das mit Sicherheit nie wieder tun.
Egal wofür du dich entscheidest – du wirst immer genau das lernen, was wichtig für dich ist. Was jetzt „dran ist“. Also bereue keine alten Entscheidungen und begehe mutig neue.
Das Schlimmste, was du tun kannst: Keine Entscheidung treffen. Dann übernimmt das jemand anderes für dich. Oder das Leben.
Reflexionsfragen
Welche Entscheidung aus der Vergangenheit beschäftigt dich heute noch? Und darf befriedet werden?
Was hast du aus dieser Entscheidung gelernt, was vermutlich ohne die Entscheidung nicht geschehen wäre?
Welche Entscheidungen stehen aktuell an? Gibt es eine, die du vor dir herschiebst, aus Angst die falsche zu treffen?
Was verändert sich, wenn du in das Vertrauen gehst, dass es keine falschen Entscheidungen gibt?
Fülle

Glaube nicht. Wisse!

Ich bin es wert

Ich bin hier

Ich gebe ab

Lasse geschehen

Mein Licht leuchtet

Nichts ist zu gut um wahr zu sein

Struktur und Klarheit

Verletzlichkeit als Stärke

Veränderung

Alles ist bereits da

Kennst du diese getriebenen Gedanken von „Ich muss erst noch dieses und jenes lernen, können, entfalten, haben, sein, bevor ich…“?
Das Gefühl, dass das Erwünschte unerreichbar in der ewigen Zukunft liegt – ungewiss, ob diese jemals erreicht wird?
Vielleicht ist es an der Zeit zu prüfen: Was ist eigentlich jetzt schon da? Und im Blick in den Rückspiegel: Was ist jetzt da, das vor ein paar Wochen, Monaten, Jahren noch nicht da war?
Vielleicht ist da schon Mut? Für das was noch vor dir liegt.
Vielleicht ist da schon ein Idee, die weiter ausgeformt werden will?
Vielleicht ist da schon Kraft, die dir hilft Herausforderungen zu meistern?
Vielleicht geht es jetzt weniger darum etwas Neues zu finden, entwickeln, lernen… und mehr darum zu entdecken und zu realisieren, was bereits vorhanden ist.
"Alles ist bereits da" heißt nicht unbedingt, dass das gewünschte Ziel schon vor der Tür steht, sondern dass die Voraussetzungen es zu erreichen in dir angelegt sind.
"Alles ist bereits da" kann aber vielleicht doch auch heißen, dass das gewünschte Ziel schon vor der Tür steht – wenn es dir nur gelingt darauf zu vertrauen und im tiefsten Herzen zu wissen, das dem so ist. „Wenn du betest, dann gehe davon aus, dass das, worum gebeten wurde, dir bereits gewiss ist.“
Reflexionsfrage:
In welchem Bereich darfst du aufhören den Fokus auf all das zu richten, was noch fehlt und genauer prüfen, was schon da ist?
Balance

Den Begriff Work-Life-Balance kennen wir zu genüge. Doch mal ehrlich: Was heißt denn Leben in Abgrenzung zur Arbeit? Und ist Arbeit nicht auch Teil des Lebens? Welcher Aspekt genau braucht denn Balance im Leben?
Extreme sind niemals gut – egal in welche Richtung. Es braucht immer eine Ausgeglichenheit. Zwischen Aktivität und Ruhe. Zwischen Anspannung und Entspannung. Zwischen Geben und Nehmen. Planen und Hingeben. Rationalität und Intuition. Disziplin und Genuss. Wirken im Außen und Lauschen im Innen.
Balance ist kein Zustand, der zu jederzeit aufrecht erhalten werden kann. Es ist okay für eine Weile einen Überschuss auf einer Seite zu haben – wenn zur rechten Zeit ein Ausgleich geschaffen wird.
Wir sind immer wieder überrascht, wenn wir 10 Monate lang durcharbeiten und die erhoffte Entspannung nach 10 Tagen Urlaub nicht eingetreten ist. Wie können 10 Tage 10 Monate ausbalancieren?
Wir beschweren uns, dass unsere permanente Aufopferung nicht gewürdigt wird und uns auszehrt. Doch sind wir denn auch bereit zu nehmen?
Und andersherum: Wenn wir stetig haben wollen – was geben wir dafür?
Alles braucht einen Ausgleich, ein natürliches Gleichgewicht.
Reflexionsfragen:
Was in Deinem Leben benötigt gerade mehr Balance? Und in welcher Richtung befindet sich die Schieflage?
Was braucht es, um die Waage wieder auszutarieren?
Demut (Version 1 - poetisch)

Um zur Demut vorzudringen, gilt es einen unwegsamen Pfad zu passieren, Brocken aus Stolz zu überwinden, Felsen der Anklage hinter sich zu lassen, Schluchten der Schuld zu überqueren, reißenden Flüssen der Ohnmacht zu trotzen und sich von den Steilklippen der Überheblichkeit abzuwenden.
Die Demut finden wir nicht vorrangig auf gut ausgeleuchteten Bühnen und Podesten. Ganz leise und sich ihrer selbst genug, verbirgt sie sich oft in den kleinen Dingen. Mitunter auch in den unliebsamen Dingen. Hin und wieder in Selbstverständlichkeiten. Im Gewohnten.
Und doch ist sie nicht weniger als ein heiliger Aspekt des höchsten Seins.
Sie zeigt uns die innere Aufrichtung in der Verbeugung, die unermessliche Größe im Kleinsein. Sie ist die Würde im Dienen, die Dankbarkeit im Schmerz, sie ist das Geben im Nehmen und das Vorwärtsgehen im sich zugestehenden Rückschritt.
Sie erkennt die Größe in der Fähigkeit um Hilfe zu bitten, in der Annahme etwas nicht zu können, in der Akzeptanz, etwas (noch) nicht entwickelt zu haben. Sie sieht die strahlende Schönheit in allem, was ist und beansprucht die Reinheit des Moments.
Demut vermag den Übermut in die Knie zu zwingen, die Stärke mit ihren Schwächen zu konfrontieren, das Laute in die Stille zu begleiten.
Voller Vertrauen und Hingabe lauscht sie dem stummen Orchester der Harmonie des Seins.
Erlaube Licht und Schatten

Das größte Missverständnis der Menschheit ist, dass sie glaubt, das Leben müsste immer leicht und freudvoll sein.
Freude gibt es nicht ohne Traurigkeit. Stärke kommt nicht ohne Unsicherheit aus. Beide Seiten gehören zu uns und machen das Menschsein aus. Machen das Leben aus. Erst in der Polarität können wir uns erkennen, entwickeln, entfalten, wachsen und verändern.
Ohne Schatten hätten wir nur Licht und wären blind. Im reinen Licht sind die Konturen nicht erkennbar. Wenn wir beginnen die Schattenseiten zu negieren, besteht die Gefahr, dass wir genau dem, was wir versuchen wegzudrücken umso mehr Stärke verleihen. Je mehr Kraft wir dafür aufwenden, desto größer wird der Schatten. Der Feind kämpft mit.
Wenn wir die Sozialen Medien betrachten, liegt der Fokus auf Freude, Erfolg, auf das pure Gelingen. Die Medien sind voll davon und suggerieren uns, dass sich alle anderen auf der Sonnenseite des Lebens befinden. Nur ich nicht.
Und während dieses Bild präsentiert wird, wachsen Krankheiten, Angststörungen, Depressionen und entstehen Kriege in der Welt.
Was hätten wir wohl für eine Welt, wenn wir unsere Ängste, Wut und Trauer an die Hand nehmen würden? Wenn wir Scheitern, Hinfallen und Schwere würdigen würden? Wenn wir uns in unserer Schwäche, Kleinheit und Unperfektheit feiern würden? Wenn wir wieder einen natürlichen Umgang mit Schatten, Schmerz und Tot pflegen würden?
Ja dann würden wir uns in unserer Ganzheit annehmen und erkennen: Wir waren schon immer ganz. Schon immer heil. Wir müssen nicht mehr kämpfen. Dürfen einfach so sein. Einfach sein.
Dasselbe gilt natürlich für unsere Lichtseiten: Auch diese wollen gewürdigt, angenommen und gelebt werden. Niemandem ist gedient, weil wir uns aus Rücksicht zurücknehmen. Nichts ist gewonnen, wenn wir aus Angst zu viel zu sein unser Licht dimmen. Wir brauchen strahlendes Licht und integrierte Schatten.
Reflexionsfragen
Gegen welche Schatten kämpfst du noch immer an?
Wo hältst du dein Licht zurück?
Verurteilst du dich für Gefühle oder bestimmte Verhaltensweisen?
Welchen kleinen Schritt kannst du heute gehen, um deine Schatten etwas mehr anzunehmen?
Es zählt nicht das WAS - nur das WIE

Das WAS bezieht sich auf das Äußere, auf die sichtbare Tätigkeit, auf das, was in einer Stellenbeschreibung steht, auf das, was auf einer Speisekarte steht, auf die Oberfläche. Auf Aufgaben, Ziele, Ergebnisse.
Doch das WIE ist sehr viel entscheidender und macht den ausschlaggebenden Unterschied. Für alle Beteiligten.
Zwei Restaurants können die gleiche Pizza anbieten – doch ist entscheidend, WIE sie hergestellt wird. Und: WIE sie serviert wird. Mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort, einem Gefühl, dass man willkommen ist? Oder wird sie rein mechanisch auf den Tisch gestellt ohne ein Funken Bezug zum Kunden?
Zwei Friseure können die gleiche Leistung anbieten mit vergleichbaren Fähigkeiten. Doch wird es dort einen vollen Terminkalender geben, wo die Kunden das Gefühl haben, dass sie dort König sind. Wo sie sich wohlfühlen.
Es zählt nicht, ob du Versicherungen verkaufst, Brötchen backst oder Menschen pflegst. Ob du den Haushalt machst, im Büro sitzt oder im Urlaub am Strand liegst. Das WIE ist entscheidend.
Tust du es mit Herzblut? Mit Freude? Mit absoluter Präsenz?
Oder tust du es, weil es nun mal sein muss? Mit Widerstand? Mit Groll? Mit Genervtheit? Oder völlig abwesend?
Das WIE macht den wesentlichen Unterschied für dein seelisches Wohlergehen und das der Menschen, die dich umgeben.
Es gibt eine schöne Geschichte eines Paares, das aussteigen wollte, aus dem klassischen 40-Stunden-Job. Er war erfolgreicher Projektmanager und sie war verbeamtet. Beide verdienten gutes Geld, waren aber unglücklich mit dem, was sie taten. Gemeinsam begann sie nach Beendigung ihrer alten Jobs hin und wieder Treppenhäuser zu putzen. Sie taten es mit Freude und das bemerkten die Hausbewohner. Es entstanden nette Gespräche, die Bewohner kamen sogar aktiv heraus, wenn sie mitbekamen, dass draußen geputzt wurde. Zudem waren alle glücklich über die gründlich geputzten Hausflure. Das begann sich bald herumzusprechen unter den Hausverwaltungen, die schier verzweifelten an der Unzuverlässigkeit vieler Reinigungsfirmen.
Dieses Paar betreibt inzwischen erfolgreich eine eigene Reinigungsfirma. Beide helfen noch hier und da aus, um den Praxisbezug nicht zu verlieren. Er hat besonders viel Freude daran die effektivsten Putzmethoden auszutüfteln. Beide achten auf eine überdurchschnittliche Bezahlung und maximale Freiheit ihrer Mitarbeiter und dass diese die gleiche Freundlichkeit den Hausbewohnern entgegenbringen. Und alle sind zufrieden. So kann selbst das Putzen von Treppenhäusern zur Erfüllung werden. Auf das WIE kommt es an.
Mit Ruhe. Mit Präsenz. Mit Achtsamkeit. Mit Dankbarkeit. Mit Herz.
Reflexionsfragen
In welchem Bereich braucht es mehr Herz und Präsenz, statt mehr Tun und Aufwand?
Wie gehst du an deine Aufgaben heran? Unter Druck oder mit innerer Ruhe?
Wann hast du zuletzt erlebt, dass deine innere Haltung eine Situation komplett verändert hat – obwohl das WAS unverändert blieb?
Geber gewinnen

Hier und Jetzt

Ich bin gehalten

Ich empfange

Kontrolle loslassen

Lebe in die Frage hinein

Nehmen und Geben sind eins

Radikale Akzeptanz

Träume groß!

Vertraue auf dein Gefühl

Wie innen so außen

Alles ist möglich

Wir sind oft richtig gut darin all das zu sehen, was herausfordernd ist, uns begrenzt, uns zurückhält… Wir sind richtig gut in Ausreden, Ausflüchten, Entschuldigungen, in „vielleicht irgendwann mal“ und in „alle andere, aber ich doch nicht“. Wir begrenzen uns auf das, was wir bereits kennen, auf das was wir gewohnt sind, was wir erfahren haben.
Ungleich schwerer ist es sich auf etwas zu fokussieren, was wir noch nicht kennen, noch nicht erlebt haben und auch in unserem Umfeld nicht üblich ist. Auf etwas, das so viel größer ist, als das Gewohnte. Als die Komfortzone.
Doch die Magie beginnt in dem Moment, in dem deine Vorstellungskraft alte Gedankenmuster durchbricht und sich wie kleine Sonnenstrahlen durch die Wolkenschicht ihren Weg bahnen.
Henry Ford sagte eins: „Das Automobil wird sich nicht durchsetzen – allein schon aus Mangel an Fahrern.“ Nicht nur, dass seit es langem gewöhnlich ist ein Auto zu besitzen. Nein, bald schon braucht es tatsächlich gar keine Fahrer mehr. Alles ist möglich.
Befreie dich davon den Weg kennen zu müssen und richte dich aus. Dann ist wirklich alles möglich. Wenn du es denn für möglich hältst. Oder dich im ersten Schritt zumindest mal dafür öffnest, dass es ganz vielleicht möglich sein könnte.
Reflexionsfrage:
Was hättest du gerne in deinem Leben, das du bisher für unmöglich gehalten hast? Ist es tatsächlich unmöglich?
Danke

Dankbarkeit ist nicht immer ein Hochgefühl. Dankbarkeit ist eine Grundeinstellung, eine Lebenshaltung – eine spezielle Form der Wachheit, Demut und Verantwortungsübernahme.
Wer aufmerksam durchs Leben geht, kann die kleinen blühenden Schneeglöckchen bemerken, die den Frühling ankündigen, auch wenn er noch nicht spürbar ist.
Dankbarkeit ist die Fähigkeit die Schönheit in den vielen kleinen Dingen zu erkennen, die sich uns tagtäglich präsentieren. Ein Lächeln, ein nettes Wort, ein schöner Ausblick, eine interessante Wolkenformation.
Dankbarkeit ist die Wertschätzung all dessen, was wir im Leben zur Verfügung gestellt bekommen – an Materiellem und Immateriellem. Für all die Dinge, die so schnell selbstverständlich werden können. Das frische Brot vom Bäcker. Das warme und saubere Wasser aus dem Wasserhahn. Das Licht, das mit einer Fingerbewegung erleuchtet.
Dankbarkeit ist die Fähigkeit auch in den unangenehmen Dingen ein Geschenk zu erkennen – oder zumindest zu erahnen und danach Ausschau zu halten. Sie ist das innere Vertrauen, dass alles etwas Gutes in sich bergen kann und uns dabei hilft uns weiterzuentwickeln.
Dankbarkeit ist der ausgerichtete Fokus auf das, was schon da ist – nicht auf das, was fehlt.
Am Abend vor dem Schlafengehen drei Dinge aufzuzählen, für die man dankbar ist, ist soviel mehr als eine kleine nette Übung. Sie hilft uns in die Präsenz, Demut und Verantwortung zu finden – und wird somit nach und nach zu einer Grundhaltung, die ein ganzes Leben verändern kann.
Reflexionsfragen
Wofür bist du heute dankbar?
Impuls
Setze dich mit ein, zwei anderen Menschen zusammen und macht eine Runde, in der nacheinander jeder und jede eine Sache aufzählt, für die er/sie dankbar ist, solange bis euch nichts mehr einfällt. Es könnte sein, dass ihr an einem Abend nicht damit fertig werdet.
Und dann fühlt in euch hinein: Wie fühlt es sich an so voller Dankbarkeit zu sein?
Der Weg legt sich vor Dir aus

Wenn sich Veränderungen im Leben einstellen – gleich welcher Art – hätten wir es am liebsten, dass jeder Schritt genau vorgegeben ist und wir lediglich einer klaren Struktur folgen müssen.
Wir wollen zu einem bestimmten Ziel, haben aber keine Ahnung, wie das geht und bleiben häufig genau deshalb auf der Stelle stehen. Wenn wir nicht gar einen Rückschritt machen.
Die Magie des Lebens besteht aber darin, dass sich der Weg häufig erst dann zeigt, wenn eine klare Entscheidung getroffen wurde. Plötzlich ergeben sich Möglichkeiten, an die man nicht gedacht, Gelegenheiten, die man nicht für möglich gehalten hatte.
Die Herausforderung ist dem Leben zu vertrauen und sich ihm hinzugeben. Schritt für Schritt in Ungewissheit weiterzugehen. Doch wenn einem das gelingt, muss man sich nicht so sehr um das WIE sorgen – solange das WAS klar ist. Türen öffnen sich oft erst im Gehen, Klarheit entsteht häufig erst durchs Machen, Erfahren, Erleben.
Nicht von vornherein den ganzen Weg zu kennen kann beängstigend sein – aber auch befreiend. Ist es nicht schön, dass wir nicht immer alles wissen müssen? Dass wir Dinge abgeben und in die Hände des Lebens legen können? Diese neue Perspektive ermöglicht das Potenzial einer unglaublichen Entlastung.
Reflexionsfragen
Gibt es einen Schritt, den du nicht gehst, weil du nicht weißt, wie es weitergeht?
Hast du ein Traum, der dir zu groß erscheint?
Was wäre ein kleiner nächster Schritt, den du bereits gehen kannst – auch ohne den ganzen Weg zu kennen?
Wann hast du bereist erlebt, dass sich der Weg erst beim Gehen gezeigt hat?
Es gibt immer nur heute

Yesterday is history, tomorrow is a mystery.
Wir kennen es, dass unsere Gedanken meistens in der Vergangenheit oder in der Zukunft sind und sehr selten oder gar nicht im Hier und Jetzt.
Doch das Gestern lässt sich nicht mehr verändern. Das morgen noch nicht leben. „Morgen ist ein besserer Tag.“ „Das wollte ich irgendwann mal machen.“ „Dieses Jahr fange ich damit nicht mehr an.“
Die Physiker erzählen uns, dass Zeit eine Illusion ist, dass es diesen linearen Ablauf von Ereignissen gar nicht gibt. Auch wenn unser Gehirn das kaum greifen kann, lassen wir uns doch mal auf dieses Gedankenexperiment ein: Alles ist jetzt. Alles, was jemals war und sein wird und sein könnte, ist jetzt. In diesem Augenblick.
Wenn alles jetzt ist, dann liegt auch alles, was wir verändern können, genau hier. Heute. In diesem einen Moment. Wir können heute anfangen. Heute etwas ausprobieren. Heute etwas verändern. Heute eine Entscheidung treffen. Heute einen Gedanken loslassen oder einen neuen zulassen. Heute leben. Jetzt. In diesem Moment.
Reflexionsfragen
Bist du mit deinen Gedanken häufiger in der Vergangenheit oder in der Zukunft?
Wie sehen die Zukunftsgedanken aus?
Was verschiebst du immer wieder?
Was hilft mir im Heute anzukommen?
Folge der Freude

Geduld

Ich bin Teil des Ganzen

Ich bin genug

Ich fließe mit dem Leben

Kraft der Stille

Leichtigkeit (Version 1 - poetisch)

Kennst du das Gefühl von Leichtigkeit in deinem Körper? Wenn ich mich in die Qualität von Leichtigkeit hineinfühle, dann entsteht Raum für Poesie: Leichtigkeit ist sanftmütig und weit. Sie erkennt die Gelegenheit im Hindernis, umkreist es leichtfüßig und mit Neugierde. Sie tanzt der Ungewissheit in voller Vorfreude entgegen. Sie verkennt nicht den Schmerz, sie sieht ihn, würdigt ihn und lässt ihn durchfließen. Sie haucht dem Humor Lebendigkeit ein und liebkost das Herz mit der Gewissheit, dass alles zum Besten geschieht. Wie ein zarter Windhauch kriecht sie neckisch unter die Röcke, um sie im Wind tanzen zu lassen und ringt selbst dem tiefsten Ernst ein Schmunzeln ab. Sie badet im Strom des Lebensflusses und lässt sich von ihm tragen – im vollen Vertrauen, genau dort anzukommen, wo die nächste Tür sich öffnet, hinter der sich der Weg von ganz allein auslegt. Wo sie ist, sind Fantasie, Kreativität und spielerische Unsinnigkeit nicht weit entfernt. __ Druck von außen, Erwartungen an uns selbst… Wir sind es gewohnt, angespannt zu sein, festzuhalten, zu kontrollieren und kennen häufig die Schwere als einen ständigen Begleiter. Leichtigkeit ist kein Ziel. Sie entsteht, wenn wir Ballast abwerfen, an den wir uns schon so gewöhnt haben. Sie ist eine Entscheidung, die wir immer wieder aufs neue treffen dürfen. Etwas, an das wir uns zurückerinnern, das wir uns wieder erobern können. __ Reflexionsfragen: Was darf ich etwas leichter nehmen? Wo kann ich die Schwere rausnehmen? Wo darf ich abgeben, damit Leichtigkeit einziehen kann?
Neues kommt

Sanftmut und Milde

Vergebung

Vertrauen und Hingabe

Zeit für etwas "mir egal"
